SB S. 271 “Krise der Sprache”-Heft S. 23 f.

Aufgabe 2a

PhaseZeileKernaussage / InhaltFunktion
I16-26zunehmende Unfähigkeit, mit gewohnten Begriffen präzise zu formulierenZweifel an der Fähigkeit der Sprache
II27-69zunehmende Distanzierung, kein Zugriff mehr auf Sprache, dennoch Gefühl von Verbundenheit mit dem Leben, der UmgebungErläuterung seiner Gefühle und seiner Probleme, diese Gefühle mit Sprache auszudrücken
III70-86Verzicht auf Sprache, stattdessen Erleben von Eindrücken, GefühlenVerzicht auf schriftstellerische Tätigkeit (wäre nur mögliche, falls eine neue und geeignete Ausdrucksmöglichkeit gefunden würde)

Aufgabe 2b

Erarbeiten Sie den Kontrast zwischen Inhalt des Briefs und seiner Darstellung

  • Darstellung:
    • Metaphern
    • komplexe Sätze
    • strukturiert
    • zusammenhängende Beschreibung der Geschehnisse
  • Inhalt:
    • Verlust der Sprache
    • keine Möglichkeit mehr, Worte zu finden für komplexe aber auch einfache Dinge
    • Kontrast von sprachlichen Möglichkeiten und Erlebnissen der Verbindung mit allem
  • Kontrast:
    • Unmöglichkeit des Ausdrucks > sehr guter Ausdruck

Vergleich des Sprachverständnisses mit dem in Rilkes Gedicht “Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort” (SB S. 270)

Rilkes “Ich fürchte mich so sehr vor der Menschen Wort”Hofmannsthals “Ein Brief”
Fähigkeit der Sprachekritisiert die Wirkung der Sprache, dem lyrischen Ich sind die Worte zu konkret (machen alles kaputt)Zweifel an der Fähigkeit der Sprache, dem Ich-Erzähler sind die Worte “zu gering” zu unkonkret zur Beschreibung von Dingen
Gefühle größer als Worte, Sprache kann Lebendiges nicht abbilden”die Dinge singen hör ich so gern”, unverfälschte Wahrnehmung durch Worte zerstörtMomente der tatsächlichen Öffnung zu Dingen (Gefühle) sind unbeschreiblich, da sie etwas “kaum Benennbares” sind
andere MenschenKritik Menschen, die den Zauber durch die Wertschätzung des konkreten bzw. fehlendes Bewusstsein zerstörendenkt mehr über Worte nach als andere
eventuelle Lösungnur Kritik an den Menschen und ihrer SprachverwendungSprache, die er sucht, gibt es eventuell in einer anderen Dimension (nach dem Tod), in dieser Welt nicht
tatsächliche Lösungkeine Lösung für das Problemkeine Lösung für das Problem

Beide kritisieren die Fähigkeit der Sprache, aber

  • Rilke kritisiert die Wirkung der Sprache, die Worte sind ihm zu konkret,
  • Hofmannsthal sind die Worte zu unkonkret. Beide sind der Meinung, dass Gefühle größer sind als Sprache sie ausdrücken kann.
  • Rilke: die Worte zerstören die Wahrnehmung
  • Hofmannsthal: Gefühle sind nicht benennbar Bezüglich anderer Menschen:
  • Rilke: kritisiert die Menschen, die den Zauber durch die Wertschätzung des konkreten bzw. fehlendes Bewusstsein zerstören Lösungsvorschlag des Lord Chandos: benötigte Sprache befindet sich evtl. in einer anderen Dimension (nach Tod)