SB S. 279
Vergleich der Gedichte “Grodek” von Georg Trakl und “Patrouille” von August Stramm
In Trakls Gedicht werden viele Metaphern verwendet, die Natur wird positiv dargestellt, z. B. “goldenen Ebenen / und blauen Seen” (V. 2 f.), “Unter goldnem Gezweig der Nacht” (V. 11). Der Krieg bzw. dessen Auswirkungen werden mit dunklen Farben dargestellt, z. B. “schwarze Verwesung” (V. 10), durch Düsternis: “tönen im Rohr die dunklen Flöten” (V. 14). Auch Blut wird angeführt, als Farbe (“rotes Gewölk”, V. 8) und konkret: “Das vergossene Blut” (V. 90), “die blutenden Häupter” (V. 13).
Im Kontrast dazu steht Stramms “Patrouille” durch seine knappen Beschreibungen der feindlichen Umgebung, verstärkt durch deren Personifizierung (Steine, Fenster, Äste als bewusst Handelnde), das Gedicht endet mit einem Wort je Vers: “Gellen / Tod” (V. 5 f.) ⇒ Kompressionsstil
Ein weiteres Merkmal der expressionistischen Stilistik ist der Reihungsstil: Eine Aneinanderreihung von Bildern, die nicht zwingend in direktem (logischen oder syntaktischen) Zusammenhang stehen und durch die meist verschiedenartige Sinneseindrücke sequenzartig wiedergegeben werden.