• Selbstreinigungsfaktor — es kommt neues Wasser nach
  • Sauerstoff kommt überall hin
  • je wärm·er das Wasser ist, desto mehr

Gliederung eines Fließgewässers

SB S. 151 (Grafik), Text: S. 154 f.

  • Quelle: Der Beginn ist eine Quelle, die durch Niederschläge bzw. Grundwasser, welches allerdings ebenfalls aus Niederschlägen besteht, verursacht und versorgt wird bzw. beeinflusst wird. Der Wasseraustritt wird verursacht durch tektonische Ursachen (wasserundurchlässige Erdschichten). Eine Quelle ist der Beginn eines Fließgewässers.
    • Eigenschaften der Wasserqualität:
      • kalt
      • wenig Sauerstoff
      • wenig Nährstoffe (Fette, Proteine, Kohlenhydrate) in Form von Pflanzen und abgestorbenen Organismen
    • meist beschattet
  • Bäche / Oberlauf:
    • Flussbett flach, schmal, steinig (weil Fließgeschwindigkeit hoch, er nimmt alles Feine mit)
    • hohe Fließgeschwindigkeit
    • Kälte, hohe Fließgeschwindigkeit und Verwirbelung resultiert in einem hohen Sauerstoffgehalt (Verwirbelung sorgt für Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft, da die Oberfläche größer ist + in der Kälte bewegen sich die Atome nicht so stark → der Sauerstoff entweicht nicht so schnell wieder)
    • hohe Fließgeschwindigkeit resultiert in Erosion des Untergrunds → es entstehen häufig tiefe Einschnitte ins Erdreich (z. B. Höllentalklamm)
    • Eigenschaften der Wasserqualität:
      • kalt
    • Bäche sind gut beschattet, da am Rand viele Pflanzen wachsen
      • kühles Wasser, wenig Temperaturschwankungen
        • → guter Lebensraum
      • keine Algen, Wasserpflanzen
        • diese würden Nährstoffe wegnehmen
        • würden Fließgeschwindigkeit verlangsamen
        • sie würden den Untergrund morastig machen: sie selbst und Sachen, die an ihnen hängen bleiben
        • sie würden bei ihrem Abbau Methan freisetzen
        • → guter Lebensraum
    • Pflanzlicher Eintrag nur von außen: durch die Ufervegetation gelangen Blätter oder Totholz ins Wasser, die als tote Biomasse (Totholz) die Nahrungsgrundlage für Wirbellose (Insekten(larven), Krebse, Würmer) bilden
      • wegen des Schattens wachsen wenige Pflanzen im Wasser
    • hier leben nur strömungsangepasste Tiere (flach oder gebogen)
      • viele Zerkleinerer mit starken Mundwerkzeugen (Bachflohkrebse, Köcherfliegenlarven), die in den Bach fallende Blätter fressen können
      • Köcherfliegenlarven mit schweren oder an Steinen befestigten Köchern
      • Insektenlarven u. Schnecken, deren Körperform an die hohe Fließgeschwindigkeit angepasst ist (gebogen mit flachem Teil nach vorne, sodass dort geringer Widerstand ist)
      • oft sammeln sie sich bei großen Steinen
  • Mittellauf:
    • Es gibt Wasserpflanzen und Algen und Phytoplankton, weil es mehr Licht gibt (auch bei Bäumen am Rand, da das Fluss- / Bachbett breiter ist)
      • der Eintrag von Biomasse von außen ist weniger wichtig
    • Es gibt Sink- und Schwebestoffe (zersetzte tote Lebewesen und Ausscheidungen von Lebewesen)
    • es lagern sich Sedimente ab
    • hier leben Tiere, die sich von Detritus ernähren
    • Schnecken, die Algenbewuchs von Steinen fressen
  • Unterlauf:
    • abiotisch:
      • Geringes Gefälle
      • Wassermenge nimmt zu
      • Nährstoffgehalt nimmt zu
      • höhere Temperatur, weil mehr Wasseroberfläche, weniger Beschattung und geringere Fließgeschwindigkeit
      • geringerer Sauerstoffgehalt, weil weniger Verwirbelungen + mit höherer Temperatur ist die Aufnahmefähigkeit geringer
    • biotisch:
      • Filtrierer / Sedimentfresser
      • Fische
      • weniger Wasserpflanzen
  • Mündung:
    • Brackwasser — Mischung aus Salzwasser und Süßwasser
      • sehr spezielles Ökosystem
    • Das Fließgewässer wird flacher und breiter

Kleinstlebewesen

  • Eintagsfliege:
    • flacher Körper (Selektionsvorteil) → weniger Widerstand gegen die Strömung, da sie in der Grenzschicht leben kann, wo weniger Strömung ist
  • Köcherfliegenlarve:
    • Gewicht durch den Köcher → schützt gegen die Strömung
    • stromlinienförmig
  • Köcherfliegenlarve ohne Netz:
    • kann nur bei schwächerer Strömung überleben, da sie einen eher unförmigen Körper hat. Auch die Netze halten keine starke Strömung aus
  • Kriebelmückenlarve:
    • Filtrierer, muss weiter unten im Fließgewässer sein, da es im Oberlauf nicht viel Detritus gibt
    • kann keine starke Strömung aushalten, da sie weggerissen würde
  • Lidmückenlarve:
    • Saugnäpfe, mit denen sie sich richtig gut festhalten kann → hält starke Strömung aus
      • können einzelne Saugnäpfe anheben und sich fortbewegen
  • Hakenkäfer:
    • haftet sich mit seinen Fußkrallen am Untergrund fest
    • ist aber recht voluminös, zwar auch etwas stromlinienförmig, dennoch wird er leichter weggeschwemmt und hält keine besonders starke Strömung aus

Typische Tiergruppen in Flussregionen

  • Im Oberlauf befinden sich sehr viele Zerkleinerer, diese werden aber im weiteren Verlauf (Mittellauf und Unterlauf) deutlich weniger

  • Sedimentfresser / Filtrierer sind ab dem Mittellauf die am stärksten vertretene Ernährungsweise, im Unterlauf stellen sie sogar ca. 85 % der Lebewesen

  • Weidegänger findet man im Oberlauf und vor allem im Mittellauf

  • Räuber sind überall vertreten und zwar in ähnlich bleibender Anzahl

  • Räuber gibt es überall gleich viele, da sie sich von den anderen ernähren. Deshalb gibt es ein Gleichgewicht zwischen Räubern und den anderen, denn gäbe es mehr Räuber, hätten sie nicht genug Nahrung

  • Im Oberlauf gibt es noch viele Zerkleinerer, da hier der pflanzliche Eintrag von außen noch eine große Rolle spielt. Es gibt aber ebenfalls schon viele Sedimentfresser / Filtrierer, da von noch weiter oben schon einiges an Detritus angeschwemmt wird. Allerdings wird der Detritus auch schnell wieder fortgeschwemmt, weshalb es nicht so viele sind. Auch Weidegänger können schon leben, da die Strömungsgeschwindigkeit Aufwuchs auf Steinen erlaubt

  • Im Mittellauf befinden sich deutlich weniger Zerkleinerer, weil das Gewässser deutlich breiter wird und dadurch gibt es weniger Falllaub. Dafür gibt es mehr Weidegänger wegen der erhöhten Menge an Aufwuchspflanzen aufgrund der schwächeren Strömung und höheren Temperatur und v. a. Sedimentfresser / Filtrierer, da sich hier viele Ablagerungen / Trübstoffe (Detritus) befinden, die von weiter oben kommen, auch ist die Strömung geringer.

  • Im Unterlauf gibt es keine Weidegänger mehr, da durch die vielen Trübstoffe fast kein Licht mehr auf den Boden fällt und damit auch keine Aufwuchspflanzen mehr, von denen sich Weidegänger ernähren. Außerdem besteht der Boden meistens aus Sedimenten, Weidegänger brauchen aber Steine. Diese gibt es nur manchmal. Zerkleinerer gibt es keine mehr, da aufgrund der Breite des Flusses nur noch wenig Falllaub zu finden ist.

Erkennen von gesunden Fließgewässern

  • Probenentnahme an vielen Stellen im Fließgewässer
  • Prüfen von Anzahl der Individuen bestimmter stenöker Arten (Zeigerarten) für bestimmte Bereiche
    • durchgeführt von Experten für bestimmte Tiergruppen
  • Anhand eines Index kann dann erkannt werden, ob das Fließgewässer gesund ist
  • Saprobienindex